EMBER schreibt nicht gut, weil du einen langen Prompt gibst. EMBER schreibt gut, wenn du vorher eine klare Regie anlegst: Story-Kern, Regeln, Kanon und Scene Cards. Diese Seite zeigt dir den praktischen Ablauf von der Rohidee bis zum ersten testbaren Draft.
Denke in drei Ebenen: Blueprint ist die Strategie, Scene Cards sind die Produktionsanweisung, der Writer-Job ist nur der einzelne Modelllauf. Wenn eine Szene nur mit langer Director Note funktioniert, fehlt meistens in der Scene Cardwant, pressure,turn oder irreversible_change.
Schreibe Premise, Reader Promise, Ending Promise, Author Intent und Current Focus. Das ist der Rahmen, in dem jede Szene später gelesen wird.
Lege Namen, Rollen, wichtige Orte, verbotene Twists, feste Fakten und echte Kontinuitätsanker fest.
Plane nicht in Seiten, sondern in Szenen. Jede Szene braucht eine Funktion, einen Druck und eine Veränderung.
Für jede Szene formulierst du Situation, Want, Pressure, Material, Turn, irreversible Veränderung und Avoid.
Nach größeren Änderungen an Regie, Scene Cards, Canon oder Narrative State muss das Book-Projekt neu synchronisiert werden, bevor du Jobs bewertest.
Teste zuerst eine objektlastige Szene und eine Beziehungs- oder Konfrontationsszene. Danach weißt du, ob die Regie trägt.
Du musst nicht alles auf einmal verstehen. Arbeite von links nach rechts: erst Plan, dann Book, dann Review. Die Regie kann als Markdown-Vorlage entstehen oder direkt im Studio über Blueprint, Szenen und Scene Cards aufgebaut werden.
Hier liegen Master Brief, Market Brief, Writer Rules, Author Intent und Current Focus. Das ist die strategische Regie des Buchs.
Hier wählst du Szenen, bearbeitest Summary und Textblöcke, setzt eine kurze Director Note und startest Draft-Jobs.
Sie sind die eigentliche Szenenregie. Eine Scene Card sagt, was die Szene leisten muss, nicht welche Sätze geschrieben werden sollen.
Hier prüfst du Continuity, Quality Warnings, StateDiff-Hinweise, offene Fäden und Jobs, die nach Kontextänderungen neu bewertet werden sollten.
Blueprint erklärt das Buch. Scene Card erklärt die Szene. Director Note erklärt nur den nächsten Lauf.
Eine Regie ist keine fertige Prosa und kein Prompt-Roman. Sie ist eine Produktionsvorlage. Gute Regie übersetzt abstrakte Ideen in konkrete Entscheidungen, sichtbaren Druck, Material und Folgen.
Beschreibt, was in der Szene auf dem Spiel steht, was kippt und welche Folge nicht zurückgedreht werden kann.
Diktiert einzelne Sätze, sammelt Symbolobjekte oder sagt nur „spannender, emotionaler, literarischer“.
Der Blueprint gibt jeder Szene Richtung. Er sollte kurz genug sein, dass du ihn beim Lesen behalten kannst, aber konkret genug, dass ein Modell nicht in allgemeine Atmosphäre ausweicht.
| Feld | Was du hineinschreibst | Beispiel |
|---|---|---|
| Premise | Die harte Ausgangslage des Buchs in einem Satz. | Eine Mutter muss beweisen, dass die dokumentierte Abholung ihres Kindes falsch ist, obwohl alle Systeme das Gegenteil zeigen. |
| Reader Promise | Welche Erfahrung der Leser bekommt. | Psychologischer Druck, Alltagsparanoia, jede neue Information macht die Lage enger. |
| Ending Promise | Was am Ende bezahlt werden muss. | Die Wahrheit über die Abholung erklärt nicht nur den Fall, sondern auch, wem Eva nie hätte vertrauen dürfen. |
| Author Intent | Die langfristige Absicht des Buchs. | Ein Thriller über Kontrolle, institutionelle Kälte und den Moment, in dem Beweise gegen die eigene Erinnerung arbeiten. |
| Current Focus | Worauf die nächsten 1 bis 3 Szenen besonders achten sollen. | Material natürlich einbauen, Dialog weniger funktional, Mila als Kind sichtbar halten. |
„Es geht um Schuld, Wahrheit und dunkle Geheimnisse.“ Das klingt nach Thema, steuert aber keine Szene. Besser: Wer will was, wer verhindert es, welcher Beweis oder soziale Druck macht die Lage enger?
Die Scene Card ist die wichtigste operative Einheit. Sie soll nicht die fertige Szene vorformulieren. Sie soll dem Modell sagen, welche lebendige Situation es schreiben muss.
| Feld | Bedeutung | Merksatz |
|---|---|---|
| pov | Harte Perspektive. | Wer darf wahrnehmen? |
| where_when | Ort/Zeit als Szenenanker. Sobald konkret gesetzt, schützt es vor Drift. | Nur konkret setzen, wenn Drift falsch wäre. |
| situation | Was ist schon falsch, wenn die Szene beginnt? | Kein neutraler Start. |
| want | Was die POV-Figur jetzt konkret will. | Kein allgemeines Lebensziel. |
| pressure | Wer oder was macht das Want schwerer? | Person, Routine, Dokument, Zeitdruck, Institution. |
| material | 1 bis 3 konkrete Dinge, die natürlich in die Szene gehören. | Textur, keine Checkliste. |
| turn | Was kippt in Wissen, Zugriff, Beziehung oder Selbstbild? | Handlung allein ist noch keine Wendung. |
| irreversible_change | Was kann danach nicht mehr so sein wie vorher? | Das wichtigste Feld. |
| avoid | Welche Fehlfassung soll der Draft vermeiden? | Verbiete Muster, nicht Leben. |
| aftertaste | Was bleibt spürbar? | Kein Pflicht-Schlusssatz. |
Das ist zu abstrakt und gleichzeitig zu voll. Es erklärt das Ergebnis, aber gibt keine lebendige Situation, kein Want, keinen Druck und keine präzise irreversible Veränderung.
Diese Unterscheidung ist zentral. Harte Felder schützen Kanon. Weiche Felder führen Absicht. Audit-Felder helfen beim Prüfen, sollen aber nicht als Schreibauftrag im Prosa-Prompt landen.
| Art | Felder | Wie du sie benutzt |
|---|---|---|
| Hart | pov, location, timeAnchor, Locked Facts, Kanon-Namen | Nur setzen, wenn Drift wirklich falsch wäre. |
| Harte Objektanker | object_anchor, prop_anchor, locked_object, locked_material | Für Farbe, Besitz, Funktion oder Kontinuität. Nicht für „wäre schön, wenn es vorkommt“. |
| Weich | situation, want, pressure, material, turn, aftertaste | Das Modell darf organisch lösen, solange die Szenenfunktion stimmt. |
| Legacy weich | proof_object, alltagswaffe, kindmoment, closingLine | Material, Drucksignal oder optionales Schlussbild / Tonhinweis. Kein Satzdiktat und keine Objektpflicht. |
| Audit | ending_type | Für Rhythmusprüfung. Nicht als Prosa-Auftrag. |
required_material ist kein Runtime-Key mehr. Alte Regie kann beim Import nur dann auf locked_materialgemappt werden, wenn dieses Material echte Kontinuität schützt.
Die Director Note ist kein Ersatz für Regie. Sie ist eine kurze Justierung für genau diesen einen Lauf.
„Dialog weniger erklärend. Die Tasche soll in Handlung auftauchen, nicht als Beweis benannt werden. Ende leiser.“
„Schreib die Szene viel spannender, emotionaler, mit mehr Stil und dem Satz: Jetzt wusste Eva alles.“
Nach größeren Regie-Änderungen nicht sofort zehn Szenen generieren. Teste zwei Gegensätze. So siehst du schneller, ob die Regie Freiheit erzeugt oder wieder mechanisch wird.
Tasche, Jacke, Formular, Becher oder App-Eintrag. Prüfe, ob Material natürlich in Handlung und Dialog auftaucht statt als Liste.
Mutter/Kind, Partner, Ermittler, Institution. Prüfe, ob Figuren eigene Ziele haben und der Dialog weniger funktional klingt.
Der Joblauf erzeugt erst einen Vorschlag. Du entscheidest danach, ob dieser Text in die Szene gehört.
Startet den Draft mit Scene Intention, Kontext, Human Edit Memory und kurzer Director Note.
Lies Continuity, Quality Warnings und den extrahierten StateDiff, wenn vorhanden. Warnungen sind Hinweise, keine automatischen Rewrite-Befehle.
Übernimmt den Job-Text in die Szene. Danach kannst du menschlich editieren.
Speichert den Stand in Supabase. Erst dann ist der Projektstand stabil.
Ein StateDiff ist ein Vorschlag für Memory-Updates: Objekte, Wissen, Promises und mögliche Canon-Fakten werden typisiert geprüft. Szenenlokale Details bleiben lokal; Canon entsteht erst nach expliziter Freigabe.
In der UI nutzt du Auto, OpenAI oder Anthropic. local_fallback ist ein Sicherheitsweg, kein Qualitätsurteil über die Regie.